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Thinking outside the brain

Chefsache Ana Campos

Findet das Denken ausschliesslich in unserem Kopf statt? Nein, sagen die Philosophen Andy Clark und David Chalmers. Ihnen zufolge bildet unser Gehirn zusammen mit neuen Technologien ein «Extended Mind». Klingt verrückt, ist es aber nicht. Ein Plädoyer für den Schulterschluss von Mensch und Maschine.


von Ana Campos

Ist mein Smartphone ein blosses Hilfsmittel oder wesentlicher, d. h. konstitutiver Bestandteil meines Denkapparates? Die meisten von uns würden sich vermutlich reflexartig für Ersteres entscheiden. Denn alles, was ausserhalb unseres Körpers passiert, kann nicht Teil von uns sein – entsprechend muss auch die «Grenze» unserer Kognition irgendwo bei der Schädeldecke liegen.

Die beiden Philosophen Andy Clark und David Chalmers behaupten in ihrem bahnbrechenden Aufsatz genau das Gegenteil: Dass unsere Kognition, unsere Denkleistung, nicht «abgeschlossen» innerhalb unseres Kopfes stattfindet, sondern sich auf neue Technologien ausdehnt. Oder anders formuliert: dass Technologien zusammen mit unserem Gehirn ein «Extended Mind» bilden.

Was verrückt klingt, wird schnell überzeugend, wenn man sich die Idee des Extended Mind anhand eines simplen Beispiels vergegenwärtigt: Stellen wir uns vor, Otto und Inga möchten das Museum of Modern Art besuchen. Nun gibt es zwei Möglichkeiten, die Adresse des Museums herauszufinden: Entweder, man sucht im eigenen Gedächtnis nach der Adresse – wie Inga –, oder man lässt – wie Otto – Google Maps die Adresse heraussuchen. Der Prozess ist letztlich derselbe. In Ingas Fall verbraucht man seine eigene «Memory» und in Ottos Fall entlastet man sie, indem man den Task delegiert.


Mensch und Maschine als gekoppeltes System

Clark und Chalmers folgern: Alle kognitiven Prozesse, die bisher innerhalb unseres Kopfes stattgefunden haben und die nun an Technologien ausgelagert werden, sind Teil unseres «Extended Mind». Der entscheidende Punkt dabei ist, dass neue Technologien nach Clark und Chalmers nicht mehr bloss Hilfsmittel sind, sondern konstitutiver Bestandteil unserer Kognition – d. h. neue Technologien verändern die Art und Weise, wie wir denken, handeln und fühlen, und umgekehrt. So gibt es zum Beispiel gerade in Bezug auf die Orientierungsfähigkeit zig Studien, die Veränderungen am Gehirn durch Technologie untersuchen. Man google (sic) zum Beispiel nach dem «Google Effect» …

Zusammengefasst sagt das Konzept des Extended Mind also nichts anderes, als dass Menschen und Technologien – zusammen mit anderen Menschen mit ihren Körpern, Gehirnen und Technologien – gekoppelte Systeme bilden, die sich gegenseitig beeinflussen, und zwar massgeblich. Das ist nicht einfach nur ein Fakt, den es zu akzeptieren gilt, sondern eine Chance, die wir anerkennen und unbedingt nutzen sollten.

«Eine Welt ermöglichen, in der intelligente IT Leben und Arbeiten völlig selbstverständlich erleichtert»

Leben und Arbeiten völlig selbstverständlich erleichtern

Auch wir bei Trivadis nutzen diese Chance, gemeinsam mit Kunden und Partnern. Entsprechend lautet unser Sinn: «Eine Welt ermöglichen, in der intelligente IT Leben und Arbeiten völlig selbstverständlich erleichtert». Wir entlasten Pflegende, indem wir die Daten medizinischer Geräte sammeln, bereitstellen und auswerten – und ihnen so ermöglichen, Unregelmässigkeiten bei Patient*innen frühzeitig zu erkennen. Wir unterstützen Ingenieure, indem wir Risse in Tunnelwänden mithilfe von Machine Learning automatisch erkennen – und ihnen damit den benötigten Freiraum geben, sich auf anspruchsvollere Tätigkeiten zu konzentrieren. Wir nehmen Mitarbeitenden administrative Aufgaben ab, indem wir ihnen einen smarten digital Workplace zur Verfügung stellen – und ihnen so mehr Zeit für die Zusammenarbeit im Team geben.

Ich könnte noch viele weitere Beispiele nennen. Sie alle haben eins gemeinsam: Menschen und Technologien arbeiten Hand in Hand – mit dem Ziel, unser Leben und Arbeiten einfacher zu machen.

Damit komme ich zum Titel meines Artikels: Thinking outside the brain. Unser Denken endet nicht bei unserer Schädeldecke. Wir haben die Chance, Grenzen zu überwinden und stärker zu werden, zusammen mit anderen Menschen und neuen Technologien. Es liegt an uns, diese Chance zu nutzen.

 

Ana Campos

Deine Ansprechperson

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