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Tech News Amuse
Juni 2022

Key Visual Feuill-IT-ong

Manchmal gleichen News aus der Welt der IT einer Sammlung von Kuriositäten: Der Internet Explorer stirbt, Alexa hingegen erweckt Tote wieder zum Leben. Teurer Whisky und teure Uhren treffen auf neue Technologien – und das hat natürlich weitreichende Auswirkungen auf das Weltgeschehen ... die Schlagzeilen des Monats im Überblick.

von Tabea Ulla Thor

Während viele Nachrichten aus dem Weltgeschehen nicht gerade für gute Laune sorgen, ist das in der Welt der IT sicher anders. Oder? Unser News Scout Tabea Ulla Thor nimmt sich der aktuellsten IT-Meldungen an – mit spitzer Feder und scharfer Zunge. Und sorgt selbst bei Negativschlagzeilen oder eher beunruhigenden Entwicklungen für heitere Stimmung.

Unser Tech-News-Überblick des Monats Juni:

 

Amazon führt autonome Lagerroboter ein

Das Internetversandhaus stellt mit Proteus einen mobilen Roboter vor, der Waren selbständig durch die Lagerhalle transportiert, ohne dabei seine menschlichen Kolleginnen und Kollegen zu gefährden. In Tests wurden Mitarbeitende ziemlich zuverlässig umfahren oder für sie angehalten bis auf ein paar eigenartige Zwischenfälle, wo Proteus zufällig Personen angefahren hat, welche die Worte "Gewerkschaft", "Arbeitszeiten" oder "Mindestlohn" ausgesprochen haben.

 

Arbeit im Metaverse laut Studie furchtbare Erfahrung

Ein internationales Forscherteam liess Proband*innen eine Woche lang mehrere Stunden abwechselnd in einem physischen und einem virtuellen Büro arbeiten. Das Ergebnis: zwei Personen mussten den Versuch bereits nach dem ersten Tag abbrechen, der Rest litt im virtuellen Büro unter erhöhtem Stress, geringerer Produktivität, Kopfschmerzen und Übelkeit.

Einige potentielle Arbeitgeber betonten aber vor allem die positiven Effekte: kein Diebstahl von Büromaterial, motzende Mitarbeiter vor dem Büro können stummgeschaltet werden und während realer Toilettenpause konnte per VR-Brille digital einfach weitergearbeitet werden. Zudem verliert die Ausrede "Musste heute länger im Büro bleiben", wenn man erst um 22 Uhr nach Hause kommt, beim Partner enorm an Glaubwürdigkeit.

 

Tausende aufgezeichnete Telefongespräche vorübergehend frei im Netz auffindbar

Ein anonymer IT-Experte entdeckte zufällig die Callcenter-Aufzeichnungen, die neben zum Teil persönlichen Inhalten auch eine Vielzahl personenbezogener Daten beinhalten. Ein Missbrauch dieser Aufzeichnungen ist aber nicht zu befürchten, da sich laut Expert*innen niemand die Mühe machen wird, sich durch die stundenlange Warteschleifenmusik zu quälen. Dennoch wollen zahlreiche Telefonnutzer*innen künftig sicherere Kommunikationsmedien wie zum Beispiel Whatsapp nutzen.

 

Cyberangriff legt Palermo lahm

Nach der der Attacke lag die digitale Infrastruktur der Stadt brach. Die Organisation "Vice Society" fordert ein Lösegeld, ansonsten würde sie zahlreiche persönliche Daten der Bürger*innen veröffentlichen. Seitdem können die öffentlichen Ämter nur noch per Fax erreicht werden. Also wie in Deutschland immer.

 

CYBER-RESILIENZ IM UNTERNEHMEN


Nicht nur Städte müssen sich für Cyberangriffe fit machen: Wie dein Unternehmen sich gegen Attacken aus dem Netz wappnet ... lies hier mehr darüber!

Handynutzung erhöht nicht das Risiko für einen Gehirntumor

Dies ergab eine Langzeitstudie an 800.000 Britinnen. Gehirntumore traten in dieser Stichprobe unabhängig von der Dauer und Häufigkeit der kopfnahen Handynutzung auf. Die Forscher*innen mussten hinterher ihren Kindern erklären, warum sich Menschen früher das Handy überhaupt an den Kopf gehalten haben.

 

Spezialstoff soll es möglich machen, mit seiner Kleidung Strom zu erzeugen

Forschende aus Singapur haben ein Gewebe entwickelt, das durch die Bewegung der Träger*innen Energie erzeugen und in elektrische Geräte weitergeben kann. Gamer müssen ihre Geräte wohl weiterhin über die Steckdose aufladen.

 

Microsoft stellt Internet Explorer zum 15. Juni ein

Damit wird der in den 90ern am meisten verwendete Webbrowser weder funktionell noch im Support weiter unterstützt. Wann der Browser selbst auf die Abschaltung reagiert, ist derzeit noch unklar.

Mehr dazu hier von meinem Kollegen Strigalt von Entf.

 

DER INTERNET EXPLORER IST GESCHICHTE ... DAS HIER IST DIE ZUKUNFT:

Mit KI den Zustand von Strassen bewerten ... und Massnahmen ergreifen. Podcast anhören!

Eine KI, die dabei hilft, eine Lungenentzündung anhand von Röntgenbildern zu erkennen? So funktionert's.

Agile Coach – ein Job für die Zukunft. Reinhören & mehr erfahren.

Alexa soll Stimmen verstorbener Angehöriger imitieren

Dies kündigt das Unternehmen Amazon an. Dabei soll die Assistenzsoftware bereits mit weniger als einer Minute Sprachmaterial in der Lage sein, eine Person zu imitieren.

Wir wüssten beim besten Willen nicht, was mit so einer Technologie schiefgehen könnte. Und wir haben noch einen Input: Neben verstorbenen Angehörigen könnte die Stimmimitation auch bei Ehepaaren, die seit Jahren nicht mehr miteinander sprechen, eingesetzt werden.

 

ETH Zürich entwickelt System, mit dem man die Realität aufzeichnen und nochmal erleben kann

Über Tiefenkameras wird, zum Beispiel, ein Büroraum mit allen Objekten und Personen darin dreidimensional aufgezeichnet. Mittels einer VR-Brille können sämtliche Ereignisse später nochmal nacherlebt werden. Wer kennt das nicht? Der Tag im Büro ist um, und man wünscht sich nichts mehr, als das alles nochmal erleben zu dürfen.

 

Neuartige Sprachassistenzsoftware soll Privatsphäre respektieren

Das an der Hochschule Luzern entwickelte System "Bodyguard" verbindet sich nur zu Datenabrufzwecken mit dem Internet und verarbeitet die Gesprächsdaten lokal statt in der Cloud. Expert*innen bezweifeln den Erfolg des Systems: Wie soll sich das durchsetzen, wenn niemand mit persönlichen Daten Geld verdienen kann?

 

Uhrenhändler- und produzenten betreten NFT-Markt

Gleich zwei grosse Namen im Schweizer Uhren-Markt, Beyer und Tag Heuer, bieten ihren Kunden nun auch Non-Fungible-Tokens an. Wer hätte gedacht, dass sinnlos teure Uhren noch sinnloser teurer werden könnten?

Elektronische Nase soll Whisky-Fälschungen erschnuppern können

Australische Forscher entwickeln mit E-Nose eine Möglichkeit, teuren Whisky von billigem Fusel und Fälschungen zu unterscheiden. So können Betrugsfälle verhindert werden, wie zum Beispiel als einem Touristen ein vermeintlich über 100 Jahre alter Whisky für 10.000 Franken angeboten wurde. Ungeklärt bleibt die Frage, warum man überhaupt 10.000 Franken für einen alten Whisky ausgibt, wenn man den Unterschied ohne Roboternase nicht mal schmeckt.

Roboter-Hund bewacht Pompeji

Der etwa retriever-große elektronische Wachhund soll für Ordnung sorgen und verhindern, dass heimlich Freizeitarchäologen in den Ruinen buddeln. Ein zuvor eingesetzter humanoider Roboter mit Sprachmodul wurde hingegen wieder abgezogen, weil er die ganze Zeit nur rief "Der Boden ist Lava!"

Zum Format

*Unser Format "Feuill-IT-ong" entsteht in Zusammenarbeit mit den freien Autoren Tobias Lauterbach und Daniel Al-Kabbani, die mitunter für die Satire-Plattform "Der Postillon" engagiert sind. Sie berichten unter den Pseudonymen Strigalt von Entf und Tabea Ulla Thor über aktuelle Geschehnisse aus der Welt der Technologie – natürlich immer mit einem Augenzwinkern! ;-)

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