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Pollen-Monitoring mit künstlicher Intelligenz

Pionierleistung: Das Start-up Swisens hat ein KI-basiertes Pollen-Monitoring entwickelt, das uns in Echtzeit sagt, was da alles in der Luft ist. Meteo Schweiz nutzt die Technologie ab diesem Jahr, in Australien rettet sie Leben. In der zehnten Ausgabe unseres Podcasts spricht Gründer und Geschäftsführer Erny Niederberger darüber, wie ihr Ansatz das Pollen-Monitoring revolutioniert und was mit ihrer Technologie noch alles möglich ist.


von Tobias Imbach

Alle freuen sich über den Frühling! Alle? Nicht ganz: Wenn Bäume und Blumen in Blüte stehen, sind auch viele Pollen in der Luft – für Menschen mit Allergien und Intoleranzen ein ernstes Problem. Bislang erfolgt die Pollenmessung in manueller Arbeit, die nur mit Verzögerung Resultate liefert. Das Luzerner Start-up Swisens hat nun aber ein KI-basiertes Pollen-Monitoring entwickelt, das den Prozess revolutioniert und seit diesem Frühjahr auch vom Bundesamt für Meteorologie und Klimatologie genutzt wird. Im Podcast spricht Erny Niederberger, Geschäftsführer und einer der Gründer des Start-ups darüber, wie das System funktioniert, was es von bisherigen Methoden unterscheidet und wie wenig wir Menschen über Aerosole wissen.

 

GESAGT & GEMERKT

  • Wenn das System einen Tag lang alle Partikel, die in der Luft sind, misst, generiert das riesige Datenmengen. Diese Messdaten werden einem KI-basierten Algorithmus gefüttert, der die Partikel klassifiziert.
  • Wir können die Pollenkonzentration in der Luft automatisch und in Echtzeit bestimmen.
  • Wassertropfen sind teils sehr ähnlich wie Graspollen – da hat es Verwechslungen gegeben. Doch nun haben wir dem System auch Wassertröpfchen zum Lernen gegeben, was eine Unterscheidung ermöglicht.
  • In allen anderen Ländern sind Modelle im Einsatz, die Zufallsgeneratoren gleichen – bei uns in der Schweiz sind es ab diesem Jahr auf Messdaten basierende Echtzeitprognosen.
  • Dank Swisens können Allergikerinnen und Allergiker in Zukunft einen Alarm erhalten, wenn die Pollenkonzentration vor Ort zu hoch ist.
  • Die erste Anwendung unseres Messsystems ist Pollen, doch wir können noch viel mehr Licht in diesen Mikrokosmos bringen – Feinstaub, Eiskristalle und Mikroplastik sind riesige unbekannte Gebiete. Ich erhoffe mir, dass das Potenzial unserer Instrumente dadurch durch den Pollen-Use Case bekannt und greifbar wird.
  • Jeder Dreck in der Luft wird aufgesogen – die Geräte müssen entsprechend robust sein.
  • In Melbourne ist das Pollen-Monitoring wegen «Thunderstorm Asthma» ein Kampf mit der Zeit – mit unserem System wissen die Menschen direkt, jede Stunde, ob die Konzentration ansteigt und können unmittelbar reagieren.
  • Wir möchten Dienstleistungen anbieten und Datenprovider werden … und auch vom Aussenbereich in Innenräume gehen.

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Erny Niederberger

Swisens AG, Horw

Erny Niederberger ist einer der drei Gründer von Swisens. Als Elektroingenieur und mit einem MAS in Betriebswirtschaft arbeitete Erny über 20 Jahre als Elektronik- und Embedded-Software Entwickler in der Industrie und hat verschiedene Sensorik-Systeme entwickelt, u.a. für Brandmeldeanlagen. Dabei stellte er fest, dass wir sehr wenig über den Mikrokosmos der Aerosolpartikel in unserer Umgebungsluft wissen.

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