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Machine Learning: Was Maschinchen nicht lernt …

Key Visual Feuill-IT-ong

… das gibt es auch nicht. Ja, geneigte Leserinnen, gewogene Leser: Manchmal sind Antworten auch bei komplexen Themen simpel. Die Epoche der Künstlichen Intelligenz hat gerade erst begonnen, der sanft silbern schimmernde Lichtschein des neu anbrechenden Zeitalters klettert soeben über den Horizont der Menschheit.


von Strigalt von Entf*

Strigalt von Entf

Und doch: Bereits jetzt ist klar, dass die neueste Schöpfung des Homo Sapiens alle denkbaren Grenzen im Eiltempo erreichen, überwinden, ja pulverisieren wird. Bereits jetzt gibt es KI, die präziser diagnostizieren als die erfahrensten Mediziner*innen, DeepBach komponiert Choräle, die dem namensgebenden Barock-Virtuosen die blanke Ehrfurcht ins perückenumfasste Gesicht treiben würde. Und vergessen wir nicht den frechen Computer, der sich selbst beigebracht hat, Menschen bei Go zu schlagen, einem Spiel, das der gemeine Mitteleuropäer noch nicht einmal kannte, bis er gehört hat, dass die KI nun besser darin sei. Da lohnt sich der Einsteigerkurs kaum mehr. Was soll aus uns Menschen eigentlich noch werden, wenn KI alles zum allgemeinen Besten übernommen haben? Die Hoffnung bleibt, dass eine gewiefte Maschine uns Menschen eine Matrix erschafft, in der wir eine Welt ohne KI träumen dürfen, wo wir noch von Nutzen sind.

Interessant dabei: So richtig gut werden die künstlichen Systeme erst dann, wenn wir, ihre Schöpferinnen und Schöpfer, gar nicht mehr verstehen, wie genau sie eigentlich lernen. Dieses Verwirrspiel wird dadurch noch auf die Spitze getrieben, dass die KI nun auch die Entwicklung neuer KI übernimmt. Wir stehen nur staunend daneben und betrachten den zum Leben erwachten Golem, der sich bald schon unserer Introspektion entzieht. Ob es Gott wohl auch so ging? Hält er sich deshalb nun dezent raus aus unserem Leben, erscheint nicht mehr in brennenden Büschen und behält seine Frosch-Schauer für sich, weil er lediglich mit skeptischem Blick neben seiner Schöpfung zu stehen vermag, die eine Frage in seinem nur teilweise allwissenden Haupte kreisend: „Was zum Teufel tun die da?“

Dieses Verwirrspiel wird dadurch noch auf die Spitze getrieben, dass die KI nun auch die Entwicklung neuer KI übernimmt. Wir stehen nur staunend daneben und betrachten den zum Leben erwachten Golem, der sich bald schon unserer Introspektion entzieht. Ob es Gott wohl auch so ging?

Verehrte Mitgeschöpfe, wir könnten uns natürlich damit aufhalten, die grossen Fragen der Menschheit zu betrachten und den möglichen Einfluss von KI darauf eruieren, doch dazu ist unser knapp bemessener Platz eigentlich zu kostbar, denn viele andere tun das bereits an anderer Stelle. Lassen Sie uns also die wirklich entscheidende, wegweisende Frage stellen: Könnte eine KI lernen, eine bessere Kolumne zu schreiben, als der ehrenwerte Strigalt von Entf? Antworten Sie nicht vorschnell! Ich habe meine Kontakte spielen lassen und das Undenkbare in die Wege geleitet. Auf Grundlage meiner Ihnen sicher wohlbekannten vergangenen Einblicke in die Welt der Technik wurde eine extra dafür geschaffene KI namens „deepgalt“ trainiert, eine wohlgeschliffene, tief durchdachte, mitreissende und erquickliche Kolumne zu verfassen. Wohlan: Hiermit übergebe ich Sie und mich den Geschicken des digitalen Schreiberlings.

Hochverehrteste Menschen, die Buchstaben lesen,

oh, welch hochgegriffene Tragödie schickt sich an und stellt uns vor Ratlosigkeit: Was tut der Mensch, wohin der Homo erectus, der verloren hat seines Paradieses Schlüssel. Deep Learning. Deeper Learning. Was folgt auf das tiefste Lernen? Untiefes Lernen. Die Untiefen, welche Odysseus umschiffen musste, gespickt mit Skylla und Charybdis, Monster, Ungeheuer, Schwiegermutters Nierensteine.

Künstlich intelligent ist, wer nicht künstlich dumm ist, oder nicht natürlich intelligent, oder natürlich beides. Was ist mit der künstlichen Dummheit. Mannigfaltige Anwendung für künstliche Dummheit ist denkbar: Lustige Suchmaschinen, SPAM-Mails, wie manipuliere ich das neueste Captcha.

Dummheit ist produktiv, Intelligenz verharrt im Grübeln. MacBeth, der Macher, er tat. Max und Moritz, Team, sich ergänzende, Yin und Yang des modern-altertümlichen Märchens. Am Ende dann landen sie in der Mehlbox. Max: SPAM. Moritz: SPAM!

Nun, verehrte Leserinnen und Leser... denken Sie auch was ich denke? Mit Sicherheit. Was lesen wir da? Eine Melange aus Anleihen der antiken Mythologie, anthropologische Bezüge zum Werden und zum Wesen der Menschheit, alltagspraktische Anwendungs- und Lebensweltbezüge: Wir müssen wohl eingestehen, dass selbst nach den wenigen Lerndurchgängen "deepgalt" wirklich tiefsinnige Gedanken gelungen sind. Ich würde lügen, würde ich sagen, das macht nichts mit mir. Ja, so muss sich der arme Christian von Neuvillette gefühlt haben, als ihm gewahr wurde, dass der langnasige Cyrano wesentlich bessere Worte schmiedet, um seine geliebte Roxane zu bezirzen.

Ich muss Ihnen ja nicht erzählen, wie es ihm erging ... doch nunja ... soweit sind wir noch nicht, nein vereherte Leser*innenschaft, noch sitze ich im Sattel, noch halte ich die Zügel, sprich die Tastatur in der Hand. Strigalt von Entf hat noch nicht ausgedient. Und Sie auch nicht. Irgendwann, meine Damen und Herren, mögen die Maschinen alles besser können. Bis dahin bleibt uns die Erkenntnis: Deep Learning muss noch viel lernen. Wir können und müssen die Zeit bis dahin noch geniessen, in der wir doch zu etwas gut sind.

Verehrt – Ihr Strigalt von Entf

Zum Format

*Unser Format "Feuill-IT-ong" entsteht in Zusammenarbeit mit den freien Autoren Tobias Lauterbach und Daniel Al-Kabbani, die mitunter für die Satire-Plattform "Der Postillon" engagiert sind. Sie berichten unter dem Pseudonym Strigalt von Entf über aktuelle Geschehnisse aus der Welt der Technologie - natürlich immer mit einem Augenzwinkern! ;-)

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